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Jürg Jenatsch (Joho)

Dieser faszinierenden Gestalt haben sich Dichter und Schriftsteller, Dramatiker und Erzähler schon des öftern angenommen, und so wird es auch weiterhin noch geschehen. Das letzte Wort kann über diesen Abtrünnigen. Verräter, Herrschsüchtigen, aber auch kühnen Politiker, seine Heimat glühend Liebenden, diesen mit allen Gaben des Geistes und des Leibes ausgestatteten Menschen nicht gesprochen werden. So kann jede Deutung richtig sein, aber sie muss es nicht. Sie ist richtig, wenn ein Dichter die geschichtlich gegebenen Tatsachen zu einem glaubhaften Bilde zusammenzufügen vermag; das Glaubhafte ist in der Dichtung schon das Richtige, das alle andern Deutungen für dieses Mal ausschliesst. Dieses Glaubhafte und damit Richtige hat Rudolf Joho seinem Jürg Jenatsch mitzugeben vermocht. Der Kern von Jenatschens Wesen und aller seiner Handlungen ist darin zu sehen, dass ihm jedes Mittel recht ist, wenn es nur das vereinte freie Bünden verspricht, und erst als die Uneinigkeit der Bündner unter sich dieses Ziel zu verunmöglichen dreht, greift er als unvermeidliche Zwischenlösung zur Selbstherrschaft. Der Politiker Jenatsch steht zwischen dem edeln Rohan und dem abgefeimten Richelieu, zwischen Oesterreich, Frankreich und den Schweden, der Mensch Jenatsch ist gebunden an Lukretia, die Tochter des von ihm ermordeten Planta, und er wird abgöttisch verehrt von dem jungen Sohn Rohans. So gross ist Jenatschens Anziehungskraft, seine Macht des Verzauberns, dass Lukretia ihren ermordeten Vater vergessen, und der junge Rohan seinen Vater im Stich lassen kann. Was die beiden tun, ist ungeheuerlich, aber dieses Ungeheuerliche, die ungeheuerliche Macht über die Menschen musste Jenatsch besitzen, wenn er für uns nicht nur ein tapferer Haudegen, ein verschlagener Politiker sein soll. Nicht nur die Kunst des Staatsmanns und Feldherrn musste zur Anschauung kommen, sondern auch der Liebende und der Mensch, der geliebt und verehrt wird. Das politische Ziel alleine hätte ihn vielleicht vor dem Verstand, aber sicherlich nicht vor dem Herzen gerechtfertigt, und ein Schauspiel, das in uns nicht auch ein menschliches Mitgefühl weckt, sinkt zur Maschinerie herab. — Aber auch die Fülle der Gestalten, die Joho in seinem Schauspiel eingefangen hat, trägt dazu bei, dass wir ein lebensfähiges, lebendiges Bild von Mensch und Zeit vor uns haben. Das Schauspiel stellt an die Darsteller nicht unbeträchtliche Anforderungen. Die Hauptpersonen müssen Gewicht besitzen, und jede Rolle, auch die kleinste, ist so gezeichnet, dass sie nicht nur gespielt,


Autor*in: Joho Rudolf

Besetzung

22 bis 22 Spieler

Männer: 17 bis 17

Frauen: 5 bis 5

Infos

Genre: Schauspiel