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Kurt von Koppigen

nach Gotthelfs gleichnamiger Erzählung

Es ist immer ein schwieriges Unterfangen, eine längst vergangene Zeit anschaulich gestalten zu wollen. Die Menschen erscheinen dann leicht so, als hätten sie kein Fleisch angesetzt, als beständen sie nur aus harten Knochen. Man weiss manches von den Raubrittern, doch bestand ihr Leben auch nicht einzig aus Raub, Mord und Totschlag. Sieht man aber Hansens «Kurt von Koppigen», muss man zu dieser Ansicht kommen. Was wir erfahren, verbindet uns nicht mit jener Zeit, lässt uns nicht ihre Gründe und Hintergründe erkennen. Das Stück, in dem Kurt von Koppigen zuletzt sagt: «es kommt auf uns Männer an I» bleibt etwas zwiespältig, denn Kurts Handlungen und Wandlungen werden durch und durch von Frauen bestimmt. Ist es also überwindende Ironie, ist es der Ausdruck eines Gross-Sprechers, der prahlt und prahlt und doch immer von weiblichen Wesen zum Tun getrieben werden muss? Er mordet auf Befehl der Mutter einen Krämer, um ihm seinen Schmuck zu rauben. Er mordet auf Antrieb einer edlen Räuberin seinen Freund, der ihn immer tiefer ins Böse verstrickt. Sie bewegt ihn, zu seiner von ihm verlassenen Frau zurückzukehren, lässt ihn den Unterschied zwischen Gut und Böse erstmals erkennen. Seine Frau hält ihn dann ab, sich selbst zu richten und hilft ihm ein neues Leben beginnen. Und kaum dazu bekehrt spricht er sein «Es kommt auf uns Männer anl» Ist er damit nicht der alte Prahlhans und bärenstarke Waschlappen? Nein, sein böser Geist, die Mutter, ist tot, und er hat seine Frau, die ihn jetzt leiten wird. Man kann also doch aufatmen — oder nicht?


Autor*in: Gotthelf Jeremias

Bearbeiter*in: Hansen Max

Besetzung

9 bis 9 Spieler

Männer: 4 bis 4

Frauen: 5 bis 5

Infos

Genre: Schauspiel