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Stilli Wasser

Es Mundartstück i vier Akte

Die 27-jährige Luise, die bei ihrer verwitweten Tante, der Frau Spendvögtin lebt, wird zur Hochzeit der Freundin als Brautjungfer geladen. Luise weint Freudentränen. Denn „ihr Lebtag“ hatte „sie noch nie ein Rendezvous gehabt“. Zusammen mit ihrem Brautführer wird sie sich wenigstens als halbes Ehepaar vorkommen. Luise sehnt ihren großen Tag herbei und kann kaum noch an etwas anderes denken. Das Mädchen erscheint der Tante, ihrer zweiten Mutter, auf einmal als vergesslich. Auf der bewussten Hochzeit dann kehrt der Junggeselle an Luises Seite, der Notar Stößli, seine glühende Vaterlandsliebe hervor. Die pathetischen Ausrufe des Herren machen Luise keineswegs eifersüchtig auf das Vaterland. Das zurückhaltende, blasse Mädchen, dieses „vermilbete Käslein“, wird „rot und auch feurig im Herzen“. Als es dann ans Tanzen geht, ist es Luise in Stößlis Armen, „als ob zwei Engel durch den Äther schwebten“. Als sie dann der Alltag wieder hat, kümmert sich der Notar nicht mehr um seine Tischdame. Luise kann die Unaufmerksamkeit des sonst so zuvorkommenden Herren nicht verschmerzen. Hat doch der heiß geliebte Verehrte sein „Bureau“ in ihrem Städtchen nicht allzu weit entfernt von ihrem Domizil „hinter dem Waschhaus“. Sie stellt sich krank, wartet eine Abwesenheit der Tante ab und bestellt den jungen Notar zu sich. Luise gibt vor, sie verfüge über beträchtliche Vermögenswerte, sehe ihr allzu nahes Ende ab und wolle zuvor rasch noch ein Testament zugunsten ihrer Tante aufsetzen lassen. Leider sei sie zu krank und ungeübt in solchen juristischen Dingen. Stößli ist entzückt. In Anwesenheit der heimgekommenen Tante macht Stößli dem vermeintlich reichen Mädchen einen Heiratsantrag. Luise - darauf mit dem Notar wieder unter vier Augen - wird kleinlauter: „Aber, und wenn ich kein Geld hätte?“ Stößli besteht auf der überstürzten Heirat und lässt keinen Einwand der Braut und der Tante gelten. Er eheliche Luise, eine bescheidene Dame „von Grundsätzen und Bildung“ aus Liebe. Der vaterlandsliebende Notar frage als Liberaler nach dem Geist und nicht nach dem Geld. Darin unterscheide er sich vom Aristokraten. Die Leute im Städtchen können Luises unverhofftes Glück nicht begreifen. Indem der Notar Luise immer wieder seine Liebe versichert, erwacht „in dem guten Mädchen ein gewisses Selbstbewußtsein“. Luise erscheint auf einmal wirklich als schön. Stößli wird am Tage nach der Hochzeit ernüchtert, als er die Vermögenswerte der Gattin feststellen will. Luise - in die Enge getrieben - gesteht, sie habe kein Vermögen. Der Notar tobt. Luise habe ihn „gefangen wie einen Gimpel“. Er will sich auf der Stelle scheiden lassen. Endlich durchschaut die Tante die Ursache des „zornigen Getönes“ und schreitet ein: Wenn Luises List in dem Städtchen bekannt würde, dann hätte sie die Lacher auf ihrer Seite. Und „ohne Geld sei Luise nicht“. Notare - so auch Stößli - hören bei solchen Anmerkungen genau hin. Die Ehe wird dann doch noch glücklich. Manchmal fragt Luise: „Bin ich dir auch lieb?“ Darauf antwortet Stößli: „Von ganzem Herzen, fast wie das Vaterland!“


Autor*in: Balzli Ernst

Besetzung

11 bis 11 Spieler

Männer: 5 bis 5

Frauen: 6 bis 6

Infos

Dauer: 140 min

Bühnenbilder: Wohnstube

Genre: Lustspiel