Warning: preg_match(): Compilation failed: unmatched parentheses at offset 38 in /home/ch50765/web/theaterverlage.ch/public_html/datatablessearch/details.php on line 145
Suchergebnis

Verchehrti Welt

Wir kennen die unzähligen Fragen und Klagen rund um den Gastarbeiter in der Schweiz. Stebler ist es gelungen, eine grosse Auswahl davon in einen Einakter zu pferchen. Wir begegnen in der Gar-tenwirtschaft dem Wirt Fässler, einem mürrischen Patron, der keine grosse Vor-liebe für die «Ausländer» hegt. Küenzi, der Bräutigam der Serviertochter Lisette, arbeitet als einziger Schweizer in einer Kammgarnspinnerei. Er passt sich seinen italienischen Arbeitskollegen an, indem er die italienische Staatsbürgerschaft er-wirbt. Arno, sein italienischer Arbeitskol-lege besorgte ihm das amtliche Doku-ment, einen italienischen Reisepass. Nun fühlt sich Küenzi «gleichberechtigt»; er muss keine Militärsteuer bezahlen; er wird jedes Jahr einmal gratis zu den Wahlen in Forlimpopoli reisen können etc. Die Hauptsache für ihn ist, dass sein Ar-beitgeber ihm eine billige Wohnung be-sorgen muss, da er bald heiraten möchte. Küenzi kann den Zivilstandsbeamten Schwander mit all seinen Argumenten nicht überzeugen. In der Person von Arno lässt Stebler einen richtigen Gastarbeiter zu Worte kommen. Dieser überrascht Klienzi mit der Nachricht, dass er und viele andere Italiener «svizzeri» gewor-den seien. Nun können sie nicht mehr ausgewiesen werden; können alle ihre Verwandten in die Schweiz kommen las- sen; der Industrie sei geholfen etc. Lisette, tiefbetrübt, schüttet ihrem Liebsten Ktienzi das Herz aus. Sie dürfe auf Befehl ihres Vaters keinen Ausländer heiraten; sie wolle keine Italienerfrau werden. Nyffeler, der Personalchef der Kammgarnspinnerei, weiss, dass Küenzi Italiener geworden ist und versucht ihm zu erklären, dass er einen Blödsinn gemacht habe. Auf den Rat der Geschäftsleitung hin seien nämlich im Betriebe alle Ausländer bis auf zwei, Schweizer geworden. Von den zwei verbleibenden Italienern Küenzi und Bertolatti müsse die Hälfte nach Italien abgeschoben werden. Dieser Bertolatti aber habe 15 Kinder und dürfe deshalb hier bleiben und Klienzi müsse dran glauben. Nun muss Lisette alle ihre Register ziehen, um ihren geknickten Bräutigam aufzupulvern. Sie verspricht, mit ihm nach Forlimpopoli auszuwandern. Soweit kann es natürlich nicht kommen. Der Zivilstandsbeamte erscheint als Retter in der Not. Er hat in der Zwischenzeit dem Fall nachgeforscht und festgestellt, dass Küenzi noch gar nicht ausgebürgert sei. Der italienische Pass von Arno sei gefälscht. «Ein ganz unwahrscheinlicher Einakter» nennt Stebler dieses Stück. Fürwahr, es ist wirklich eine verkehrte Welt die da geschildert wird.


Autor*in: Stebler Jakob

Besetzung

6 bis 6 Spieler

Männer: 5 bis 5

Frauen: 1 bis 1

Infos

Dauer: 40 min

Bühnenbilder: Gartenwirtschaft

Genre: Schwank