TitelAutor
Der Stall zu BethlehemDornier Marcel


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Inhalt
Joram, der Herbergswirt zu Bethlehem, alt und siech, hat vor Jahren im Stall seinen Bruder Laban an phönikische Händler verkauft und das gelöste Geld im Stall vergraben. Er ahnt nicht, dass sein Sohn Simon das Silber gefunden und entwendet hat. Jeder seiner drei Söhne will den Stall erben. Simon, der Rabbiner, weil der Stall seiner Mutter Heiratsgut war; Kaleb, da er nicht will, dass Jetzer den Stall umbaut; Jetzer, weil er den Stall benötigt, um die Herberge zu betreiben. Sein besitzgieriges Weib, Dia, steift Jetzer auf, nicht nachzugeben. Reche, die Magd, von Kaleh geliebt, sucht zu vermitteln. Ausser in Reche, der Bewahrerin des göttlichen Funkens, ist in allen Personen menschlche Schwäche gestaltet. Vater Joram, hart bedrängt, muss erle- ben, dass der verkaufte Bruder auftaucht und ihm mit Aufdeckung seines Verbrechens droht. Kaleb ist entschlossen, den Stall anzuzünden, Jeher, den Brandstifter totzuschlagen. Joram 'hat sich ein neues Unrecht aufgeladen; er hat Laban die Dokumente, die den Verkauf in die Sklaverei und Labans Identität beweisen, vertauscht. Das Geschehen scheint unabwendbar auf die Ebene des Bösen zu rollen — da, durch Rechas Fürbitte, gewährt Joram dem Heiligen Paar (genau in des Stückes Mitte) Unterkunft im Stall. Und nun, durch das blosse in der Näheweilen der heiligen Mutter und ihres göttlichen Kindes (die Heilige Familie selbst wird nicht sichtbar) erfolgt die Erschütterung und Umwandlung der Gemüter. Dinas — wie ihr vorgeworfen, Geizes wegen verkrampfte — Hand wird durch den Händedruck Marias geheilt. Joram, Kaleb und Simon und der unversöhnbar scheinende Laban werden unter dem Blick der Gottesmutter von Irrtum und Leidenschaft befreit, bereuen ihr verfehltes Sinnen und Trachten und gelangen zu Einkehr und innerem Frieden.




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