TitelUntertitelAutor
Doktor FaustusFrei nach Christopher MarloweWidmer Gisela

ErscheinungsjahrSeitenzahl
200964

AkteSzenenBuehnenbildAnzBuehnenbildArt
501Freilichtbühne

Inhalt
Der Engländer Christopher Marlowe dramatisierte die deutsche Faustlegende im Jahr 1589, also fast 220 Jahre vor Goethe. Marlowe`s Faust ist – im Gegensatz zu Goethes intellektuellem Faust – vor allem ein Scharlatan, Prahler und Blender. Er verkauft seine Seele dem Teufel, der ihm dafür Zugang zur gesellschaftlichen, politischen und klerikalen Elite verschafft. Diesen Zugang erhält er mittels oft billiger Zaubertricks, für die Mephisto sorgt. Faust kann dank dem Teufelspakt Pferde in Heuballen verwandeln, die schöne Helena herbeizaubern und Geld vermehren. Der Magier beherrscht das Spiel der Illusionen perfekt und erreicht damit, was er mit Mephistos Hilfe erreichen wollte: Macht über alle, selbst über Könige, Kaiser und den Papst. Ein Gretchen kommt zwar bei Marlowe`s Faust nicht vor. Aber er endet gleich wie Goethes Faust: jämmerlich. Gisela Widmer hält sich an die Dramaturgie von Marlowe`s Faust, die Dialoge indes hat sie neu erfunden und zum Teil im Heute angesiedelt. Es handelt sich um eine hoch rhythmisierte und knappe Sprache in Blankversen. Da, wo`s derb wird, setzt Gisela Widmer Prosa ein. Insgesamt ist das Stück im wahrsten Wortsinn „furchtbar komisch“, eine höchst ergötzliche Höllenfahrt: mit viel Wort- und Situationskomik, Zauberei und magischen Momenten. Und dass das ganze eine Tragödie war, dass Faust heute vielleicht ein CEO wäre, der für Geld und damit für Macht seine Seele verkauft; dies merkt der Zuschauer vor lauter komischen Momenten möglicherweise erst am nächsten Tag, beim Zeitung lesen … (siehe auch Seiten 61-64)

Leseprobe
Doktor_Faustus.pdf



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