TitelAutor
Ds Feriehuus zur SeeleruehBalmer Hans Rudolf

ErscheinungsjahrSeitenzahl
196047

AkteSzenenBuehnenbildAnz
302

Inhalt
In diesem Spiel wird das Thema von den Leiden und Freuden eines Ferienhausbe-sitzers angerührt, von der grossen Freude des Planens und Einrichtens, den Lei-den der danach auftauchenden finan-ziellen Belastung und der gesteigerten Freude des Wiederverkaufs. In das Ge-schehen sind aber auch Gegensätze von Stadt und Land und das Problem des aus-ländischen Landkaufs in der Schweiz ver-woben. Das macht das Spiel aktuell. Ein Kaufmann hat sich an einem schönen See ein Ferienhaus gebaut, ihm verlei-den aber bald die kostspieligen Unter-haltspflichten don Besitz; seiner Frau wird er durch die damit verbundene Arbeit ver-leidet — und nur die Töchter geniessen ihn eigentlich. Der Bauer, der den Bau-platz hergegeben hat, ist auch nicht auf Rosen gebettet: seine Tochter will einen Techniker heiraten und zwischen dem einzigen Sohn und einer der beiden Kauf-mannstöchter spinnt sich ein Liebesver-hältnis an — und der Sohn glaubt sie nur dadurch erringen zu können, dass er das Bauerngewerbe aufgibt und einen Han-del mit Futtermitteln beginnt. in dieser Situation kommt dem Bauern ein Auslän-der sehr gelegen, der ihm seinen Besitz für einen mehr als anständigen Preis ab-kaufen will. Zu diesem letzten Schritt kommt es allerdings nicht, weil die Kauf-mannstochter den Bauernsohn überzeu-gen kann, dass sie mit ihm gerne den vä-terlichen Hof bewirtschaften möchte — und weil sie ihm vor Augen führt, dass es eigentlich ein Verrat an seinem Stande sei, eines momentanen geldlichen Vor-teils wegen Nutzland an einen Ausländer zu verschachern. Der Liebhaber der zweiten Kaufmanns-tochter, ein angehender Zahnarzt, be-freit seine künftigen Schwiegereltern vom Albdruck des Ferienhauses, indem er es für sich und seine Braut erwirbt. Ein Stück mit gut gezeichneten Charak-teren, aus einem gesunden, bodenstän-digen Empfinden heraus gestaltet, das trotz Streifung ernster Probleme von einer herzlichen Fröhlichkeit beherrscht wird. — An die Darsteller werden keine zu gros-sen Anforderungen gestellt, sodass jeder Verein, der sich mit dem nötigen Einsatz an die Gestaltung wagt, eine gute Vor-stellung zustande bringen kann. Thema und Art des Stückes dürften ganz besonders Trachtengruppen interessie-ren.




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