TitelUntertitelAutor
De DeserteurEin Volksstück in Freiämter MundartMeyer Adrian

ErscheinungsjahrSeitenzahl
200073

SzenenBuehnenbildAnzBuehnenbildArt
01verschiedene in Andeutung

Inhalt
Herbst 1918. Die Mittelmächte stehen vor dem Zusammenbruch. Der erste Weltkrieg geht dem Ende entgegen. Im Landesinnern brodelt’s. Die Bevölkerung leidet unter Teuerung, Arbeitslosigkeit und einer Grippeepidemie. Soziale Unruhen liegen in der Luft. Einige wittern den Umsturz. Leo Flory wird aus dem Grenzdienst entlassen. Er freut sich, in sein Dorf, vor allem aber zu Leni, seiner künftigen Braut zurückzukehren. Leos Zukunft sieht allerdings nicht eben rosig aus. Durch den Aktivdienst hat er seine Stelle bei Fabrikant und Ammann Bürgisser verloren. Seine verwitwete Mutter schlägt sich mit Heimarbeit und als Putzfrau bei Apotheker Kuriger durch. Doch Lenis Zuversicht lässt auch Leo hoffen. Vorerst verdient er ein bescheidenes Sackgeld durch Botengänge für den Apotheker, der wegen der Grippe, die seit dem Sommer im ganzen Land wütet, alle Hände voll zu tun hat. Kuriger bemüht sich bei seinem Jasskollegen Bürgisser um eine Arbeit für Leo. Ohne Erfolg. Als Leo dann endlich auswärts eine Anstellung gefunden hat, erhält er erneut ein Aufgebot der Armee. Sein Bataillon wird nach Zürich beordert. Dort befürchtet die Regierung Ausschreitungen der Arbeiterschaft. Leo ist fassungslos und wütend zugleich. Warum trifft es wieder ihn? Jetzt, wo er endlich ein Auskommen hätte. Warum soll er „d Herreschwyzer“ verteidigen, wie Erwin, Lenis Bruder und Vollblut-Sozi, behauptet. Verzweifelt sucht Leo Hilfe beim Ammann. Doch dieser lässt eine Schimpftirade auf ihn niederprasseln und mahnt zur Bürgerpflicht. 6. November. Die Katholiken feiern St. Leonhard, ihren Kirchenpatron, und Füsilier Flory Leonhard macht sich widerwillig auf den Weg. In Luzern, wo er hätte einrücken sollen, trifft er jedoch nie ein. Stattdessen klopft er spät nachts bei Leni an. Diese, verblüfft und entsetzt zugleich, drängt Leo, sich zu verstecken. Er sei doch jetzt ein Deserteur und käme hinter Schloss und Riegel, wenn man ihn erwische. In der Not schlägt sie als Versteck den Kirchturm vor. Ihr Vater ist im Nebenamt Sakristan. So hat sie Zugang zum Schlüssel. Aus Angst, dass Leo „e Dummheit“ begehen könnte, verschanzt sie sich gemeinsam mit ihm. Bald ist im Dorf bekannt, dass Leo nicht eingerückt und Leni verschwunden ist. Ammann Bürgisser ist in Rage. Er kanzelt die besorgten Mütter der Vermissten ab und spricht von einer Schande sondergleichen. Nicht minder ausser sich ist Lenis Vater, als er entdeckt, dass sich seine Tochter mit dem Deserteur im Kirchturm verschanzt hat. Kari Stöckli, Leos Nebenbuhler, kann den Vater davon überzeugen, dass Leo Leni als Geisel genommen hat. Mit andern aufgebrachten Bürgern planen sie eine Befreiungsaktion. Unglücklicherweise durchkreuzen sie damit den hinterhältigen Plan von Pfarrer und Ammann. Apotheker Kuriger und Pfarrköchin Gryt verhelfen dem verschanzten Paar schliesslich durch eine List zur Flucht. Bürgerwehr, Pfarrer und Ammann finden nach dem Sturm auf den Turm lediglich Gewehr und Tornister von Leo. Der Deserteur scheint sich in Luft aufgelöst zu haben. Den einen bleibt der Glaube an ein Wunder, den andern Ratlosigkeit.

Leseprobe
De_Deserteur.pdf



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