TitelAutor
Drei SchwankspieleSachs Hans/Georg Küffer


Szenen
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Inhalt
a) Der fahrend Schüler im Paradeis: Ein Wanderbursche reagiert geistesgegenwärtig auf eine ihn missverstehende Bäuerin: Er berichtet, er wolle nach Paris, sie versteht Paradies. Sie gibt ihm deshalb Kleidung, Essen und Geld mit für ihren verstorbenen ersten Mann. Der heimkehrende zweite Gatte unterdrückt den Aerger über seine naive Frau und reitet dem Burschen nach, wird aber selber aufs Peinlichste über die Löffel barbiert. - b) Der Rossdieb zu Fünsing: Ein Dieb wird zum Tod am Galgen verurteilt, aber der Galgen steht mitten in den Getreideäckern, und die Bauern fürchten, das Korn könnte von den Schaulustigen zertrampelt werden. Also beschliessen sie, den Verurteilten bis nach der Ernte freizulassen. Dieser lässt sich nicht zweimal bitten, kehrt auch wie versprochen zurück, nicht aber um zu sterben, sondern um die Bauern bös hereinzulegen. - c) St. Peter vergnügt sich mit seinen Freunden unten auf Erden: Petrus hat das Gefühl, wegen seines plötzlichen Märtyrertodes in seinem Erdendasein zu kurz gekommen zu sein und bittet Gott um einen dreitägigen Urlaub, um den Abschied von seinen Freunden nachzuholen. Er macht dies bei Wein, Weib und Gesang so gründlich, dass er erst am neunten Tag mit brummendem Kopf zurückkehrt. Gott frägt Petrus, ob die Menschen bei ihren ausgelassenen Festen wenigstens dessen gedenken, dem sie ihre Gaben zu verdanken hätten. Als dies Petrus verneinen muss, sinnt der Schöpfer auf Rache: Im darauffolgenden Jahr gewährt er Petrus einen ganzen Monat Urlaub, aber jetzt herrscht auf Erden wegen Missernten und Krieg Not, und Petrus steht schon nach einem Tag wieder vor Gott. Aber immerhin: Jetzt beten sie wieder...




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