TitelAutor
Dr ewig VikarWolf Otto

Seitenzahl
75

AkteSzenenBuehnenbildAnz
303

Inhalt
Die Handlung spielt eigentlich zwischen drei Brüdern, drei Söhnen eines Bauern. Keiner bewirtschaftet mehr den väterli-chen Hof; der eine ist ein reicher Fabri-kant geworden, der zweite hat den geist-lichen Stand erwählt, es aber nie weiter als zum Vikar gebracht. Daran ist seine Schrulligkeit schuld, seine absolute Güte gegen alle und jeden. Der dritte hat zwar den Hof geerbt, ihn dann verkauft, weil ihm der Erfolg des Fabrikherren zu sehr in die Nase stach. Er wollte auch schnell reich werden. Nur gelingt ihm das nicht, weil er ein hoffnungsloser Phantast ist. Für ihn hat das sein Gutes, da sein ewiger Optimismus ihm trotz aller Nak-kenschläge die Zukunft immer wieder in rosigem Lichte spiegelt. Seiner Familie, Frau und erwachsener Tochter, liegt alles Schwere auf. Der Fabrikant, der ihm so-wieso nie verzeihen kann, dass er den Hof verkaufte, will ihm nicht mehr mit Geld aushelfen. Die Lage scheint aus-weglos. Da findet der Vikar den retten-den Weg. Er streckt einem treuherzigen Bauernknecht, der die Tochter des ewi-gen Optimisten liebt, das Geld zum Rück-kauf des väterlichen 1-1öfleins vor, sodass es wieder in die Familie kommt. Darauf kann sich auch der Fabrikant entschlies-sen, dem Bruder helfend die Hand zu ge-ben. Er bietet ihm eine kleine, aber si-chere Stellung in seiner Fabrik an, wo er mit seiner Frau den Lebensabend in be-scheidener, aber gesicherter Position verbringen kann. So kurz erzählt scheint «Dr ewig Vikar» vielleicht weder besonders spannend, noch ergreifend zu sein. Das Stück ist es aber, weil die drei grundverschiedenen Charaktere der Brüder gut gezeichnet sind und ihr Kampf für und gegeneinan-der lebensecht ist. Auch alle kleineren Rollen fügen sich harmonisch in die gut gebaute Handlung ein. Wenn sie alle von der Darstellung her so gut charakterisiert werden, wie sie vom Autor gesehen sind, wird dem Stück ein voller Erfolg beschie-den sein.




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