TitelAutor
Der VatterAlthaus C.A.

Seitenzahl
55

AkteSzenenBuehnenbildAnz
401

Inhalt
Eine menschliche Tragödie (Trinkerschicksal), die doch noch gut ausgeht. Althaus hat ein Trinkerschicksal in einer breiten, anspruchsvollen dramatischen Form entworfen, Berger hat daraus ein einfaches, spannendes Kammerspiel gestaltet; es braucht so nur wenige Darsteller und eine einzige Dekoration. Der erste Akt schildert die Situation: Der Vater, ein Installateur, ist dem Trunke verfallen. Seine Kraft ist bereits so geschwächt, dass man kaum feststellen kann, hat er nur wenig getrunken oder ist er schwer betrunken. Seine Frau weiss aus unzähligen Erfahrungen, Widerstand steigert nur seine Gier. Weil sie den Kin-dern hässliche Szenen ersparen will, sorgt sie dafür, dass die Schnapsflasche ständig gefüllt ist. Aus Angst vor dem Dorfklatsch lässt sie ihre Kinder die Tranksame oft von weit her holen. Auch an diesem Abend hat sie den Jungen wieder in ein abgelegenes Wirtshaus gesandt. Zwei Töchter gehören noch zur Familie. Rosa, die ältere, hat bereits einen Liebhaber. Es ist ein Nachbarssohn, ein netter Bursche, der sich bei Vergnügungen gerne als Mittelpunkt fühlt und deshalb mit lustigen Kapriolen die andern zum Lachen bringt. «Der Vater ist in seiner Jugend auch so gewesen», sagt die Mutter. Nun wird Rosa von der Angst gepackt, der Geliebte könnte werden wie der Vater. Deshalb schlägt sie ihm ab, ihn zu einem Tanzvergnügen zu begleiten. Der Vater geht auch an diesem Abend nach Arbeitsschluss in ein Wirtshaus. So warten zu Beginn des zweiten Aktes die Mutter und Anna, die zweite Tochter, in Unruhe auf die andern. Weder Sohn noch Vater sind heimgekehrt, Rosa ging sie suchen und sollte auch schon längst zurück sein. Zuerst kommt der Junge, will aber gleich wieder fort, als er sieht, dass der Vater noch nicht da ist. Er möchte ihm durch seine Abwesenheit einen heilsamen Schreck einjagen und hofft, er würde sich dann ändern. Die Mutter beordert ihn ins Bett. Der Vater kommt mit Rosas Liebhaber. Als sie vernehmen, diese sei noch im Wald, machen sie sich auf die Suche nach ihr. Sie bringen sie später heim - ohnmächtig. Als die Ohnmacht weicht, bleibt ihr Geist verwirrt. Sie muss einen gewaltigen Schrecken erlebt haben. Der dritte Akt spielt am nächsten Nachmittag. Der Vater hat die immer noch verwirrte Rosa in eine Anstalt gebracht und ist noch nicht zurück. Es klärt sich lang-sam, wer ihr den Schrecken eingejagt hat - ein Knecht. Er arbeitete beim Nachbarn, dem Vater von Rosas Liebhaber. Dieser verprügelte ihn und jener hat ihn entlassen, Damit kann aber die Verwirrte nicht wieder gesunden. Der Vater kommt endlich zurück. Sein Bericht ist unbestimmt und lässt nur erkennen, dass er nach dem Besuch im Irrenhaus sich noch in einer Wirtschaft aufhielt. Die Mutter bemerkt die Anzeichen eines drohenden Ausbruchs, will die Kinder wegbringen.




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