TitelAutor
An die Scholle gebundenWächter Emil


AkteSzenenBuehnenbildAnz
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Inhalt
Es ist ein Stück um die Schollentreue gegenüber der Notwendigkeit eines Kraftwerkbaues. Dieser Konflikt ist mit einem Eheproblem verknüpft: Der Ingenieur, der den Kraftworkbau plant, war in seiner Studienzeit in ein Mädchen verliebt, das aber einem Bauernsohn den Vorzug gab. Dieser studierte damals auch, musste jedoch sein Studium abbrechen und das elterliche Gut übernehmen. Seine nunmehrige Frau, aus städtischen Kreisen stammend, ist, zum Verwundern ihrer Mutter, eine echte Bäuerin geworden. Der Ingenieur, der sie immer noch liebt, wird erst im Laufe der Handlung überzeugt, dass sie mit seinem Freunde glücklich sei. Die Zweifel, die er hegte, lassen in ihm ein Schuldgefühl gegen diesen wachsen — und er denkt das durch den Kraftwerkbau abtragen zu können. Dem Freund winkt da eine grosse Entschädigung, die ihm das Weiterstudium ermöglichen würde. Der ist aber ganz Bauer geworden und lehnt so schroff ab, dass der Ingenieur aus Empörung nicht nur das Kraftwerkbauprojekt weiter verfolgt, sondern ihm auch noch die Frau abzugewinnen versucht, die er für die bäuerliche Arbeit als zu schade erachtet. Das Problem Schollentreue gegen Notwendigkeit des Kraftwerkbaues wird also nicht mit sachlichen Gründen ausgetragen; seine Lösung erfolgt vielmehr aus der Liebes- und Eifersuchtshandlung. Sie wendet nach dramatischen Verwicklungen alles zum Guten. Der Bauer sieht die Notwendigkeit des Kraftwerkbaues ein, erkennt, dass sein Freund ein Freund geblieben ist, dass seine Frau in Liebe zu ihm steht, auch wenn sie sich, durch sein auffahrendes Wesen verletzt, hin und wieder auf die andere Seite zu schlagen schien. Der Freund aber begräbt seine Liebeshoffnungen. Bei einer Aufführung am Volkstheater wird durch die hochdeutsche Sprache schwer die nötige Natürlichkeit im Ausdruck zu erreichen sein, umso wenigor, als die seelischen Strömungen in den gezeichneten Charakteren weder einfach noch alltäglich sind.




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