TitelAutor
Brot über BordThürer Georg


AkteSzenenBuehnenbildAnz
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Inhalt
Dieses Spiel wurde zuerst nach Motiven einer holländischen Sage als Hörspiel ge-staltet. Viel Hörspielhaftes ist auch noch in dieser Legendenfassung zu finden. Entschliesst man sich zu ihrer Darstellung, wird der Regisseur gezwungen sein, da und dort etwas eigenmächtig zu gestal-ten. Die Handlung ist kurz skizziert die: Ein reicher, alter Herr heiratet ein armes Fin-delkind und umsorgt es mit Liebe und Güte, die es vorher nie kennen lernte. Nun er gestorben ist, und das einstige Findelkind zur Herrin über unermessliche Reichtümer wurde, ist er ihr zum Gott ge-worden, bei dem sie ihren Rat holt. Sie will nur das tun, was er getan hätte. Das ganz zu erkennen, ist aber ihr Geist nicht gross genug. So muss sie oft fehlen. Nach seinem Wort will sie auch nur den heiraten, der ihr das Köstlichste bringt. Drei Schiffe schickt sie auf die Suche nach diesem Köstlichsten. Inzwischen ist eine Hungersnot ausgebrochen, und der erste Kapitän, der davon hört, belädt sein Schiff mit Korn. Ihr scheint diese Gabe zu gemein — und sie befiehlt, die Ladung im Meer zu versenken. Kapitän und Mannschaft meutern und führen das Schiff wieder auf hohe See. Die andern zwei Schiffe aber sind untergegangen. Die Volkswut brennt ihren Palast nieder. Sie wird so arm wie sie einstmals war — und muss durch einen Gärtnerburschen lernen, dass Brot und Liebe das Köst-lichste sind. Ein Spiel, das zeigen will, wie verhängnis-voll tote Tradition sein kann, wie es gilt, sich immer wieder am Lebendigen aufzu-richten, und das Lebendige zu lieben.




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