TitelAutor
Am suure BrunneOchsner Georg

Seitenzahl
88

AkteSzenenBuehnenbildAnz
402

Inhalt
Ein junger Bauer wirtschaftet das vom Vater übernommene Heimwesen in kurzer Zeit herunter, kommt aber zur Umkehr und kann nun vieles gutmachen. Im Grunde sind es weder neue noch zeit-gemässe Probleme, die in diesem Volks-stück gestaltet sind. Auf dem Grosshof, einem alten und wie der Name sagt, gros-sen Bauerngut, befiehlt noch der alte, wenn auch kranke Präsident Amstutz. Er ist ein eigenwilliger Kauz und hat einen Sohn, Karl, und eine Tochter, Rita, im heiratsfähigen Alter. Karl liebt die Toch-ter des Weibels, Rita hingegen hat ihr Herz an den Knecht Ruedi verloren. Ge-gen die Weibelstochter hat Amstutz nichts einzuwenden, wenn sie schon als Modenarr geschildert ist; dagegen passt ihm Ruedi nicht zum Schwiegersohn, ob-wohl er weiss, dass dieser anständig und arbeitsam ist, Später stellt sich noch her-aus, dass dieser Ruedi eigentlich Stu-dent und der Sohn des Bankdirektors Meyer ist. Er bringt dem alten Amstutz schon immer Wasser aus der heissen Quelle, dem suure Brunne, damit er mit Bädern sein Rheuma heile. Er hat es überhaupt mit diesem Wasser, stellt Messungen an, lässt es untersuchen und rät Rita, als es so weit ist, dass der Hof geteilt werden soll, weil Karl heiratet, sie soll für sich nur das Gebiet um die Quelle beanspruchen. Das neugebackene, hab-gierige Ehepaar, stimmt dieser Forderung nur zu gerne zu. Die Ehe Karls mit dem Weibelstöchterchen erweist sich als un-glücklich. Die beiden bringen es fertig, innert kurzer Zeit den schönen Hof so herunter zu wirtschaften, dass es zur Versteigerung und späteren Verpachtung führt. Indessen wird aber um den suure Brunne tüchtig geschafft. Es entsteht ein Kurhaus mit allem Drum und Dran Uhd wird tüchtig besucht, da sich das Brunn-wasser wirklich als heilsam erweist. So paart sich der Aufstieg mit dem Nieder-gang. Fleiss und Arbeit werden belohnt, Faulenzen und Bummeln bestraft. Diese Tendenz könnte man aus dem Stück le-sen. Am Schluss gibt es allerdings eine allgemeine Versöhnung und Karl erhält den Hof wieder zurück. Die Personen dieses Stückes sind so charakterisiert, dass sie leicht spielbar sind. Die Handlung ist spannend gebaut, wenn Hellsichtige das voraussichtliche Ende auch bald ahnen. Im grossen und ganzen ein Stück, das die Bezeichnung «Volksstück» im guten und schlechten Sinne wohl verdient.




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